Wundersames...

Sonntag, 14. Februar 2010

Die Reise nach Israel hatte einen offiziellen/ dienstliche Hintergrund. 20 Lehrer aus ganz Sachsen sollten vor Ort über die "Shoah" - die Ermordung von über 6 Millionen europäischen Juden ab 1942 umfassend informiert werden. Die Gedenkstätte YAD VASHEM erstreckt sich auf einem Hügel über eine riesige Fläche. Die verschiedenen Formen des jüdischen Widerstandes und Leidens werden in zahlreichen Denkmalen und Gedenkstätten gewürdigt. Diese entstanden ab den 1960er Jahren - und es gibt weitere Pläne für die Zukunft.

Nun ist das Thema für Deutsche besonders belastend. Wurde und wird uns doch von Kindesbeinen an die Kollektivschuld vermittelt und aufgebürdet. Auch die Vorbereitung hier in Deutschland war genauso angelegt. Nun waren wir also da mit all den Schuldgefühlen. Und da geschah etwas äußerst Verwunderliches: Niemand machte uns Vorwürfe, nicht einmal unterschwellig oder hintergründig! An 8 prall gefüllten Tagen wurden uns Neuigkeiten und Sichtweisen nahegebracht, die die Vermittlung dieses Stoffes durch uns beteilgte Lehrerinnen und Lehrer im Geschichts-, Ethik- , Religions- und Deutschunterricht massiv verändern werden. Das Leben der Ermordeten steht im Mittelpunkt, nicht Grausamkeiten und die Perfidität der faschistischen Vernichtungsmaschinerie! Die Begegnung mit insgesamt 5 Überlebenden (3 Frauen, 2 Männer) waren dann psychisch für uns alle doch extrem belastend. Aber selbst hier nicht die Spur eines Vorwurfes an uns als Deutsche!

Eine weitere ganz wichtige(unterschwellig bekannte) Tatsache wurde intensiv vertieft:  den Antisemitismus gab es schon lange vor den Nazis  und er war mit Kriegsende nicht plötzlich verschwunden! Im Gegenteil: erschütternde Beispiele aus Polen und Großbritannien waren mir so bisher nicht bekannt. Für das selbstgeißelnde offizielle deutsche Geschichtsbild ein Tabuthema...

Die größte Fläche steht in Yad Vashem für die Ehrung der "Gerechten unter den Völkern" zur Verfügung. Das sind Personen, die durch ihr Handeln Juden vor der Ermordung bewahrt haben bzw. diese verzögert/ hinausgeschoben haben. Über 24000 Namen und Geschichten sind geprüft und anerkannt. Und für jeden wurde und wird auf dem Hügel ein Baum gepflanzt...

Mein erstes Fazit nach dieser Reise:Die Medien in Deutschland verfahren mit Informationen über Israel/ die gesamte Region Naher Osten wie mit Arabien: Nur das Nötigste für "das Volk, den großen Lümmel" (H. Heine) und dann möglichst Abschreckendes und Demütigendes...

Dankbares/Korrigiertes/Ergänztes

Samstag, 13. Februar 2010

Die Mari ist eben eine GUTE! Dank ihr könnt ihr die Bilder sehen! Ich habe die Erklärungen ergänzt- und werde das Album noch um einige Bilder erweitern, also schaut ab und zu mal rein...

Heute ist jedoch erst mal Umzugnachmittag in Königsbrück!Tschacko- Hopp!

Israelisch- Deutsches

Freitag, 12. Februar 2010

Wir hatten einen wunderbaren Abschieds- Vormittag in Jerusalem. Wolkenloser Himmel und Temperaturen um die 20 Grad - was wollte das Frühlingsherz mehr!? Wie es jedoch meist im Leben ist- wenn es am Schönsten ist, müsst du aufhören- sprich abreisen! Das nun ist von Israel aus so einfach nicht. Wir sind als Gruppe gereist. Das kann von Vorteil sein - oder auch nicht. Der Chef und ein weiterer Teilnehmer wurden von sehr freundlichen jungen Frauen zum getrennten Interview gebeten. Grund der Reise, Aufenthaltsorte, gekaufte Bücher /Waren sind so Themen dabei. Die beiden wurden "entlassen" und die Befrager trafen sich zum Informationsabgleich: Gab es Widersprüche in den Aussagen? Wenn ja , warum ? Danach beschäftigten sie sich mit jedem Einzelnen der Gruppe: Haben Sie den Koffer selbst gepackt? Hat sich jemand gebeten, etwas für ihn zu befördern? Haben Sie Geschenke erhalten ? Wo war das Gepäck während der Anreise zum Flughafen / seit dem Packen ? usw. , usw. Die ganze Prozedur dauerte für uns 21 Leute so ca. 1,5 Stunden... Die Israelis haben eben doch ein anderes Sicherheitsverständnis - aus schlimmen Erfahrungen heraus! Der Rest ist schnell erzählt: Patziger Lufthansa - Service, muffelige Kontrollen in Frankfurt , pünktliche Landung 23.10 Uhr in Dresden. "Ein Sprung - die Kälte hat mich wieder..."

Israelisches (7)

Dienstag, 9. Februar 2010

Heute ist unser letzter Schultag. Hinter uns liegen 8 Tage gefuellt mit Seminaren,Fuehrungen, Gespraechen in Deutsch und in Englisch. Alles in der nationalen Gedenkstaette zum Holocaust an den Juden in Europa YAD VASHEM - und alles ausschliesslich zu diesem Thema. Es war/ist psychisch sehr anstrengend. Wettgemacht wurde vieles davon durch die durchweg nette, freundliche, hoefliche , ja zuvorkommende Art und Weise des Umgangs der Leute hier mit uns. Und das gilt ausnahmslos! Eigentlich verwunderlich, aber sehr angenehm. Wir haben nichts bemerkt von den in der Vorbereitung zu Hause gezeichneten Horrorszenarien. Vielleicht hatten wir nur Glueck? Aber die Menschen hier vermitteln ueberhaupt nicht den Eindruck, dass sie selbst sich staendig bedroht fuehlen. 

Nun werden die Nachrichten aus Deutschland so langsam wieder wichtig- vor allem ueber das Wetter! Hier ist Fruehling mit 15 bis 20 Grad - in den naechsten Tagen weiter ansteigend. Leider sind wir dann nicht mehr hier ...    

Israelisches (6)

Montag, 8. Februar 2010

Dieses Land ist so ganz anders als wir uns es nach den Informationen in Deutschland vorstellen. Nach den taegliche Seminaren von 8:30 bis 18:00 mit ziemlich belastenden Inhalten haben wir zu viert ein klassisches Konzert in der East Jerusalem Mormon University besucht. Freier Blick geradeaus auf die naechtliche Altstadt durch riesige Fenster und Musik u.a. von Carl-Maria v. Weber - Entspannung pur hat mir die erste durchschlafene nacht hier verschafft! Und das Erstaunliche: der Eintritt war frei !

Israelisches (5)

Samstag, 6. Februar 2010

Es ist Shabat. Da ist es verboten, irgend etwas zu tun. Deshalb gibt im Fahrstuhl eine besondere Taste, die bewirkt, das der Fahrstuhl in jeder Etage haelt und sich die Tueren oeffnen ohne den Knopf druecken zu muessen. denn das waere ja Arbeit! Und weil heute alles ruht, mache ich auch Schluss. Shalom Shabat!

Seit 1 Stunde ist der Shabat beendet. der Baer steppt wieder aud den Starssen, die wir gestern abend vollstaendig fuer uns hatten. deshalb nehme auch ich meine taetigkeit wieder auf. Wir waren naemlich nicht untaetig.

Gigantisch- phantastisch-spektakulaer.Diese 3 fast schon inflationaer gebrauchten Worte- meist fue rim Grunde  Alltaegliches- muss ich fuer den heutigen Tag bemuehen. Nach 3 Tagen Regenwetter und Kaelte war es heute- nur noch kalt! Unsere geopolitische Erkundungstour fuehrte uns innerhalb von 45 Minuten 1200 Hoehenmeter abwaerts. Von 800m aus Jerusalem auf minus 400m  ans Tote Meer. Dessen Wasser war aber nicht unser erster Zielpunkt, sondern die Festung Masala. Bitte googelt diesen Namen ,um einen Eindruck zu bekommen, was ich heute live gesehen habe!Meine Bilder davon koennen leider erst spaeter kommen, ich kann sie hier nicht hochladen. Genau die 3 Worte vom Anfang beschreiben es!

Wer geht am 6. Februar  im Freien baden? Unsere Reisegruppe im Toten Meer.In 400m Tiefe war es dann auch entsprechend waermer ( ca.20C). Das Paradies fuer Nichtschwimmer. Es gibt keine Chance , zu ertrinken! Ein krasses Erlebnis.

Aehnlich wie bei den Muslimen ist das Wochenende hier nun schon vorbei. Morgen also wieder Neues aus der Firma- schoenen Abend euch allen!     

Israelisches (4)

Freitag, 5. Februar 2010

Heute mal nichts Weltpolitisches. Wir waren fuer das Wochenende einkaufen. Der Supermarkt ist gleich um die Ecke vom Hotel. Der Einkauf dauert ca. 5 Minuten . Wir wissen, was wir brauchen: Bier. jetzt wird es spannend- ich komme an die Kasse. Murphys Gesetz folgend, gibt es 1 oder 2 Kunden vor mir immer irgend ein Problem, egal,an welcher Kasse ich mich anstelle. Heute lief es folgendermassen ab: ein Haufen bezahlter Waren tuermt sich in der Ablage. Die Kassiererin arbeitet aber nicht weiter. Nach 2 Minuten (gefuehlte 10!) taucht von rechts ein Mann auf und hat 3 Tueten Milch im Arm. Die muessen noch auf die Rechnung. Nach dem Ablegen der Tueten verschwindet er erneut in den Tiefen des Marktes. Nach weiteren gefuehlten 10 Minuten kehrt er zurueck- mit einem Paket Waschpulver und 2x Pampers. Die muessen auch noch auf die Rechnung. Es geht ans entgueltige Abrechnen. Er zueckt einen Bankscheck- kann er hier. Die Kassiererin schiebt den Scheck durchs Lesegeraet- Fehler! Er hat nicht unterschrieben! Nach geleisteter Unterschrift  folgen 2 weitere Versuche- Fehler! Er nimmt den Scheck zurueck und reicht eine Kreditkarte. Sie wird eingelesen. Endlich spuckt die Kasse einen ca. 1m langen Kassenzettel aus. Er muss auf einem Abschnitt unterschreiben. Geschafft! Nun endlich kann er beginnen, seine Waren zu verpacken, damit Platz fuer den naechsten Kunden wird... Da macht Einkaufen so richtig Freude!