Unglückliches...
Unendliche Geschichte
Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen!
Mir geht dieser Spruch, dessen Urheber ich nicht kenne, gegenwärtig oft durch den Kopf. Ich kenne das vielsagende Sprüchlein durch meinen Vater, der ein „Sprücheklopfer“ im besten Sinne des Wortes war. Allein schon dieses ideelle Sprach-Erbe ist es wert, erworben, genutzt und erhalten zu werden. Es gilt aber ebenfalls für viele materielle Dinge, die uns unsere Vorfahren hinterlassen haben.
Genau deshalb stellen sich mir momentan die sprichwörtlichen Nackenhaare auf, wenn ich sehe, wie vor allem die öffentliche Hand mit Ererbtem umgeht. Woher nehmen uns Steuerzahlern rechenschaftspflichtige Behörden das Recht, dieses Erbe zu vernichten? Unsere Vorfahren waren doch keine Umweltbanausen! Im Gegenteil! Sie hatten noch die intuitive Bindung zu ihrer Umwelt, die dem einfachen Bürger heute von „Ökologen“ und Beamten abgesprochen wird – denn nur sie wissen ja angeblich, was richtig und gut für die Natur und Umwelt ist.
Die Landesdirektion Dresden als Teil der der Sächsischen Staatsregierung hat unter der Vorgangsnummer 44/2011 bereits im August des letzten Jahres eine Pressemitteilung veröffentlicht, die ich hier auszugsweise zitieren möchte:
Bachforelle kann künftig Stenz passieren
...Die Landesdirektion Dresden hat am 18. August 2011 die Planfeststellung für die Beseitigung einer maroden Wehranlage in der Pulsnitz in der Königsbrücker Ortslage Stenz abgeschlossen. ...
...Die Durchgängigkeit und eine vielfältige Struktur von Gewässern sind wichtige Schwerpunkte bei der Herstellung des guten Gewässerzustands im Sinne der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.
Eine Überschrift und zwei Sätze, in denen die ganze Ignoranz und Überheblichkeit gegenüber unseren Vorfahren steckt.
Bitte lesen Sie noch einmal: "...marode Wehranlage..." und "...Herstellung des guten Gewässerzustands im Sinne der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. (Fischdurchlässigkeit)".
Im gleichen Text wird mitgeteilt, dass an dieser Stelle seit Sechzehnhundertund … Wehranlagen existieren. Die Damen und Herren in Dresden oder gar in Brüssel wissen also viel besser, was für den Fluss Pulsnitz verträglich und gut ist als viele Generationen von Bewohnern vor Ort!
Der Königsbrücker Wolff Fritz hat im letzten Jahrhundert oberhalb der Stadtmühle am Scheibischen Berg mit Nachthaken Aale gefangen – trotz des Wehres in Stenz!
Ein Anglerverein hat ein Stück der Pulsnitz in Stadtmühlennähe zum Angelgewässer erklärt und war dort tätig!
Wie haben es also die Fische bis jetzt geschafft, in den ohnehin nur noch kurzen Oberlauf der Pulsnitz zu gelangen? Wie werden sie es in Zukunft schaffen? Die Pulsnitz als wirklicher Fluss existiert nämlich unterhalb des Wehres nur noch ein kurzes Stück. Dann macht sie sich breit und mäandert und sumpft sich durch das riesige Naturschutzgebiet des ehemaligen Truppenübungsplatzes. Erst unmittelbar an der Landesgrenze findet sie wieder in ein erzwungenes Flussbett zurück – um im brandenburgischen Ortrand von einem 2007 modernisierten Wehr angestaut zu werden! Keine 20 km vom Stenzer Wehr entfernt! Kann es eigentlich noch mehr irrsinnige „Kleinstaaterei“ geben?
Sicher, die Grünmetzmühle als solche existiert nicht mehr. Warum aber haben sich wohl unsere Vorfahren in der Vergangenheit für diesen Standort für ein Wehr und eine Mühle entschieden? Weil das Flüsschen Pulsnitz an dieser Stelle besonders beständig seine Kraft zur Verfügung stellt!
Daran hat sich durch die Jahrhunderte nichts geändert! War es in der Vergangenheit der direkte Antrieb des Mühlrades über einen Graben, wurde die Wasserkraft im letzten Jahrhundert schon zum Betrieb einer Kleinturbine genutzt, die den elektrischen Strom für den Mühlenbetrieb erzeugte.
Wohlgemerkt: Schon im vorigen Jahrhundert mit all seinen technologisch ineffizienten Maschinen und Bauteilen (wie zum Beispiel die unter EU-Verbannung gestellte Glühlampe!), war die Stromerzeugung sinnvoll. Was sollte da in unserer Zeit mit Spitzentechnologie erst möglich sein!
Fakt ist, das ein Kleinkraftwerk an dieser Stelle einen beachtlichen Teil Königsbrücks mit Strom versorgen könnte! Kontinuierlich und umweltfreundlichst! Übrigens, auch dagegen stemmt sich eine dem Steuerzahler verpflichtete Behörde.
Dieses mal ist es die Landesfischereibehörde – mit auffällig abgestimmten Duktus der uns bekannten so genannten Naturschützer im Landratsamt. Oder wittert da vielleicht jemand Konkurrenz und sieht seinen Profit damit geschmälert?
Was veranlasst Entscheidungsträger also dazu, die Wehranlage für marode zu erklären und in einem lächerlichen Kompetenzenstreit zunächst mehrere Zehntausend Euro den Fluss hinunterzuspülen (Sandsack- & Widderaktion)?
Was veranlasst sie weiterhin, einige Hunderttausend Euro Steuergelder zu verplanen und damit verschwenden zu wollen?
Ich bin mir sicher: schon meine Enkel werden solche unsinnigen Entscheidungen allein aus Energiegründen rückgängig machen bzw. an den Pranger stellen - und allerdings auch fragen: Wo war in dieser Zeit der gesunde Menschenverstand? Warum haben Bürger solche Dinge nicht verhindert? Sie hatten doch schon 20 Jahre lang das Recht und die Freiheiten dazu...?!
Ich erinnere an Art. 20 (2) unseres Grundgesetzes: „Alle Staatsgewalt geht vom Volk aus …“. Und so habe ich zum Schluss noch einen Spruch: Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt! Denken wir alle noch einmal darüber nach und vor allem lassen wir nicht nach in unseren Bemühungen um unser Recht auf das Ererbte.
Verschwendetes
Es ist unglaublich, was hier im Namen des Naturschutzes bzw. der Naturbewahrung geschehen ist und noch geschieht!Die technische Lösung hämmert die gesamte Betriebszeitso ! Wer klopft den Verantworlichen endlich auf die Finger? Die Empörung der Königsbrücker ist wohl noch nicht groß genug...
Getänzel
Seit 2005 bin ich als Linedancer aktiv, seit 2006 gemeinsam mit meiner Frau. Die Königsbrücker kennen uns als Gruppe „Crazy Feet“ – die flinken oder verrückten Füße. Die Gruppe gibt es weiter – allerdings ohne einen großen Teil der ehemaligen Mitglieder. Vielfältige Gründe haben zu einer Trennung geführt. Wir tanzen auf jeden Fall weiter, jetzt aber als „Röhrsdorfer Linedancer“. Ihr findet Informationen unter www. roehrsdorfer-linedacer.de .
Auftrittsanfragen, Nachrichten und Glückwünsche und eventuelle Beschimpfungen erreichen uns unter flinker_fuss@email.de. Also bis demnächst beim Füßeschwingen!
Bau-Schaumiges - eine Glosse
Seit einiger Zeit gibt es aber mit diesem wunderbaren Material Probleme. Zumindest in Königsbrück in der Filiale eines Bau- und Gartenmarktes. Der „Stoff“ wurde als so brisant eingestuft, dass er nur noch unter Verschluss präsentiert wird! Ein freundlich formuliertes Schild informiert den Kunden, dass „veränderte Abgabebedingungen“ die persönliche Ausgabe durch das Verkaufspersonal nötig machen und die Kundschaft möge sich doch bitte an der nächsten Theke melden. Dort auch tatsächlich jemanden anzutreffen, ist Glückssache, denn der Markt ist groß und die Kunden wollen immer irgendetwas wissen…
Nun, ich hatte Glück. Die Kollegin verstand auch durchaus mein Ansinnen, konnte mir aber nicht wirklich helfen. Sie sei nicht berechtigt, mir das Gewünschte auszuhändigen. Aber sie würde die berechtigte Kollegin gleich per Telefon herbeirufen. Gesagt – getan und prompt kam die extra geschulte Kollegin mit dem Schlüssel.
Nun ist ja Bauschaum nicht gleich Bauschaum. Verschiedene Anwendungsgebiete fordern verschiedene Mischungen und auch die Verarbeitungstechnologien sind unterschiedlich. Zu ihrem Bedauern konnte mir die extra geschulte Mitarbeiterin diesbezüglich nicht weiterhelfen. Sie verwies mich an einen der „Männer“ im Markt.
Dieser war auch zufällig in der Nähe. Leider stand ich auf seiner persönlichen Kundenabarbeitungsliste erst auf Platz drei, was mich dann veranlasste, aus Zeitgründen ohne Rat vom Fachmann den Kauf abzuschließen. Sie sehen, verehrte Leserschaft, auch der Kauf von Bauschaum kann zum „Event“ werden…
Ich möchte um Himmels Willen nicht missverstanden werden. Das Personal des Baumarktes tut sein Bestes, um die Kundschaft zufrieden zu stellen. Leider gibt es – wie so ziemlich überall – eine Chefetage, die fern jeder Realität und ohne praktische Erfahrung agiert. Die jetzige Regelung erzeugt Frust bei Kunden und Mitarbeitern.
Schildbürgerliches
Am Donnerstag vor Pfingsten hat die Landestalsperrenverwaltung eine vertraglich gebundene Wasserbaufirma beauftragt, “… innerhalb von 48 Stunden das Wehr an der Pulsnitz in Königsbrück, Ortslage Stenz, zu schließen, um die Frischwasserversorgung für den Angelsee („See der Freundschaft“) wieder herzustellen…“ Na prima, wo ist da das Problem?, höre ich fragen. Hier ist es: Die Firma wurde ausdrücklich angewiesen, das Wehr mit Sandsäcken zu verschließen, „…da die Mechanik und der Schütz der Wehranlage nicht funktionstüchtig sind.“ Das war, gelinde gesagt, eine Fehlinformation durch die Behörde an die Wasserbaufirma. Mit Hilfe einer Kurbel und etwa 10 Minuten „Arbeit“ wäre das Problem Frischwasser für den Angelsee gelöst gewesen. Eine diesbezügliche Rückfrage bei der Landestalsperrenverwaltung durch den Bauleiter der Wasserbaufirma am Freitagnachmittag während der Auftragserfüllung lief ins Leere – natürlich war kein Verantwortlicher mehr zu erreichen. Also wurden, gemäß Auftrag der Behörde, Bauleistungen und Sandsäcke im Wert von ca. 9000 Euro vor dem Wehr in die Pulsnitz versenkt! Das war natürlich nicht in 10 Minuten getan und ohne teuren Technikeinsatz in Form eines Baggers und diverser anderer Bau-Kfz überhaupt nicht realisierbar. Das Ergebnis konnte sich (kurz) sehen lassen: ca. 30 Minuten hielten die oberen Glasfasersäcke dem Wasserdruck stand, bevor sie und ihr sandiger Inhalt in Richtung Naturschutzgebiet gespült wurden!
Inzwischen ist bekannt, dass die LTV den Wehrschütz „ … nicht einfach instand setzen lassen kann, da eine solche Maßnahme im Widerspruch zu den Abrissabsichten des Umweltfachamtes in Bautzen stehen würde.“. Das hört sich an wie: „Wir würden gern, aber wir dürfen nicht.“
Interessant ist auch: Der Bauleiter hatte für den weiteren Bauablauf den Auftrag, Veränderungen am Wehrkörper vornehmen zu lassen. Von Bürgern vor Ort wurde er darüber informiert, dass das Bauwerk unter Denkmalschutz steht. Er war völlig überrascht von diesem Fakt! Wohl eine zweite „Fehlinformation“ der Behörde an ihren Auftragnehmer. Der Gedanke, dass da Macht zur Schaffung von „Tatsachen“ missbraucht wird, erscheint doch eher zu klein. Andererseits, wie lässt Lessing seinen Nathan fragen:“… zu klein? Was ist für einen Großen schon zu klein?...“,…wenn es seinen Interessen dient. Deshalb noch einmal zum Mitschreiben: Ein intaktes Wehr wird nicht mit Hilfe der vorhandenen Mechanik geschlossen, sondern durch davor gestapelte Sandsäcke! Sie kennen die Geschichten, die von den Bürgern der Stadt Schildau erzählt werden. Ich fühle mich von den aktuellen Ereignissen fatal daran erinnert.
Was soll das? Liebe Mitarbeiter der Talsperrenverwaltung und des Umweltfachamtes des Landkreises Bautzen, bitte erklären Sie es uns! Warum ist der Bürgerwille so bedeutungslos bei Ihren Entscheidungen? Es ist unser aller Geld, was da am Pfingstwochenende im wahrsten Sinne des Wortes den Bach, sprich die Pulsnitz runter ging. Über 700 Petitionsunterzeichner sind sehr gespannt – und ich bin sicher, mittlerweile auch die Noch-Nicht-Unterzeichner.
Weiterhin wurde inzwischen bekannt, dass für die Frischwasserversorgung des „Sees der Freundschaft“ ein so genannter „Widder“, eine Art Pumpenanlage, im Tosbecken unterhalb des Wehres errichtet werden soll. Angeblich wurde eine süddeutsche Firma damit beauftragt. Nach einer Internetrecherche schätze ich die Kosten auf mindestens 20.000 Euro. Wie viel würde die Reparatur des Wehrschützens kosten?
P.S. Ungefähr 10 km flussabwärts bei Ortrand hat das Land Brandenburg vor Jahren ein fast baugleiches Wehr neu in die Pulsnitz gebaut – es lebe der Föderalismus!


